Berichte aus der Leichtathletik

Hier die aktuellen Berichte

„Hühner-Alarm“ beim TVD oder die Frage:“ Wie oft müssen Kinder nachts mal raus?“

Beitrag von Ina Glag (erstellt am )

Ein Bericht über das Trainingslager der Leistungskinder vom 9.-11.5.2014

Fangen wir mal ganz vorn an:

Es ist nun schon eine kleine Tradition geworden, dass wir uns mit den Leistungskindern, die also regelmäßig an den Wettkämpfen teilnehmen, an einem Wochenende im Mai beim Trainingslager intensiv auf die kommende Saison einstimmen. Voller Enthusiasmus stürzen wir uns ab Anfang April in die Vorbereitungen, überlegen, wann  wir was üben wollen, welche Einheiten sich wie kombinieren lassen, wie viel wir den Kindern  zumuten können, welche Pausen nötig sind, was wir an Besonderheiten machen könnten, klären die  Turnhallenfragen ab (ist in Diedenbergen frei und dürfen wir übernachten, bekommen wir von der Stadt eine andere Halle an dem Wochenende als Regenvariante…), schreiben Einkaufszettel, machen Unmengen von Trainingsplänen (die wir ja doch nie einhalten, allein schon weil das Wetter uns einige Striche durch die Rechnung macht) und verbringen eine Menge Zeit miteinander, ob nun virtuell durch mails oder „in echt“. Und zweifeln immer mal wieder an der ganzen Aktion Lächelnd

Aber es macht doch unglaublich viel Spaß und ist die Mühe wert, auch wenn wir zugegebener Maßen sonntags abends mehr als platt sind, sowohl körperlich als auch nervlich. Doch wie sagt man in Bayern: „Aber schee is schoo“. 

Los geht es dann mit der ersten Trainingseinheit am Freitag Nachmittag von 16.00 bis 18.00 auf dem Sportpark Heide. Das Wetter ist viel besser als angesagt und so können wir bei Sonne und recht angenehmen Temperaturen mit den Kids der U10 und U12 die Drehwürfe ausgiebig üben. Für einige Kinder der U14 gibt es dank der Unterstützung von Michael Herold extra Hochsprungtraining. Die Großen haben auch bereits in den Osterferien ein paar Extra-Trainingseinheiten absolviert. Da ab der U14 viele neue und technisch sehr anspruchsvolle Disziplinen wie z.B. Hochsprung, Hürdenlauf oder Speerwurf dazu kommen, passen die Gruppen nicht in einem Trainingslager zusammen. Ebenso ist es mit der U8, für unsere Jüngsten wäre das Programm an so einem Wochenende deutlich zu viel.

Samstag früh ist dann Treffen auf dem Sportpark Heide, wie immer dauert es eine Weile, bis alle Vorräte an Essen und Trinken, die Picknickdecken, die Tagesrucksäcke, Kisten mit Materialien usw. verstaut sind. Flaschen werden beschriftet, Gruppen eingeteilt und dann startet Claudias gefürchtetes Aufwärmprogramm Lächelnd.  Während dessen versucht Ina, Ordnung in das Chaos aus Jacken, Taschen und Schuhen zu bringen, dafür zu sorgen, dass die Würstchen nicht gleich in den Spikes liegen und jeder dann doch irgendwie seine Sachen findet, vor allem, wenn es schnell gehen soll. Denn leider auch schon fast traditionell lässt uns das Wetter immer im Stich und wir müssen zumindest gut gegen Regen gewappnet sein. Der Vormittag vergeht schnell, wir absolvieren in verschiedenen Gruppen zwei Trainingseinheiten á 1,5 Stunden, einmal mit dem Hauptthema Sprung und einmal mit Sprint. Dabei versuchen wir, eine Mischung aus Technik und Kondition zu finden, d.h., wir üben mal wieder ausführlich z.B. die Armhaltung beim Laufen, wollen aber auch möglichst viele kleine Sprints bzw. Sprünge einbauen. Es ist ja auch ein Trainingslager. 

Zwischendurch haben die Mädels und Jungs 30 min Pause, in denen wir sie zügeln müssen, damit nicht gleich alle Vorräte verputzt werden. Streng rationiert gibt es Banane oder Müsliriegel, schließlich geht es ja gleich weiter mit dem Sport. Wer nun denkt, die Kids nutzen die Pause zur Regeneration im Sinne eines Erwachsenen, der irrt gewaltig. Die letzten Bissen sind noch nicht richtig runter geschluckt, da rasen die Jungs schon los in Richtung Fußballtor und bolzen  - als gäbe es kein Morgen - den kleinen (armen Lächelnd) Gymnastikball durch die Gegend. Die Mädchen schlagen Rad, machen Gymnastik, balancieren oder rennen einfach wie ein aufgescheuchter Haufen (ja, Hühnerhaufen trifft es gut…)durch die Gegend. Nach der zweiten Einheit sind sie schon etwas müder. Außerdem müssen wir die Regensachen anziehen, nachdem es anfangs noch ganz gut aussieht, wird  der Himmel immer bedeckter und die Tropfen lassen nicht lange auf sich warten. Also ein gewohntes Bild, wir klemmen uns alle unter das kleine Vordach der Holzhütte, die Mädels kuscheln sich in die Picknickdecken auf den Boden, die Jungs hocken auf dem Geländer, Claudia und Ina versuchen, ihre Utensilien vor dem Regen zu schützen und schmeißen alles nur noch schnell in eine Kiste (wo war noch mal die Ordnung, die wir mühsam am Morgen geschaffen hatten??). Aber dann kehrt  gefräßige Stille ein, Tauschgeschäfte werden ausgehandelt (Brezel gegen Würstchen, Ei gegen Müsliriegel usw.) und alles schlägt sich mit Käsewürfeln, Obst, Gemüse und Brötchen den Bauch voll.

Nachdem alle satt (und soooo müde Überrascht) sind, haben wir die Hoffnung aufgegeben, weiter draußen trainieren zu können. Der Rasen und die Tartanflächen sind zu nass für Wurftraining. Wir beschließen also, in die Turnhalle der Gesamtschule am Rosenberg zu ziehen – es bricht Jubel aus. Als es aber heißt: alle mit anpacken, wir müssen erst aufräumen und alles in den Autos verstauen – da sind sie, schnell wie aufgescheuchte (hatten wir den Begriff schon?) Hühner immer wieder in Richtung Fußballplatz oder gen Toilette verschwunden. Letztlich haben wir es aber geschafft, inzwischen hat der Regen aufgehört und gerade, als wir beschließen, doch draußen zu bleiben, geht es wieder los. Also Abmarsch zu Fuß mit Rucksack und Regenjacke in die Turnhalle.

Dort haben wir dann Schweifbälle gebastelt, das war gar nicht so einfach. In Tennisbälle mussten zwei Schlitze geritzt werden (Timo hat sich als echter Spezialist dafür herausgestellt), Absperrband in Stücke geschnitten und dann durch die Schlitze gezogen und verknotet werden. Auf diese Weise haben wir ca. 20 Bälle gefertigt und diese dann in einer Wurfeinheit in der Turnhalle auch gleich ausprobiert. Auch hier wieder ein kleiner Zwischensnack, diesmal gab es Kuchen und Waffeln und wie immer große Augen bei Claudia und Ina, wie schnell ein Berg von Essen in den Bäuchen der Kinder verschwinden kann. Entsprechend waren sie bei der anschließenden Spieleeinheit etwas träge…und scheinbar auch recht kaputt, denn plötzlich häuften sich die Stürze und so saßen bald mehr Kinder mit leichten Blessuren auf der Bank als auf dem Spielfeld.

Zeit für einen erneuten Ortswechsel und dem letzten sportlichen Programmpunkt des Tages. Wieder ging es zu Fuß zurück zum Sportpark Heide. In zwei Gruppen aufgeteilt haben die Kinder die Aufgabe, mittels einer Karte allein den Weg vom Sportpark zur Turnhalle nach Diedenbergen zu finden und unterwegs Fragen zu beantworten – ein kleiner Orientierungslauf, denn natürlich geht es darum, die schnellste Gruppe zu sein. 

Beide Gruppen haben unterschiedliche Strecken, die sich immer wieder kreuzen, jede muss die gleiche Anzahl an Fragen beantworten. Auf der Karte sind alle Wege verzeichnet sowie die Stellen, an denen die Zettel mit den Fragen zu finden sind. Aufgabe der Kinder ist es also, von ihrem Standpunkt aus den möglichst kürzesten Weg zum nächsten Punkt zu finden, dort dann den Aufgabenzettel zu suchen, die Aufgabe zu lösen und sich so immer weiter in Richtung Turnhalle zu begeben. Wir sind inzwischen mit den Autos zur Halle gefahren und laufen den beiden Gruppen entgegen. Erwartungsgemäß sehen wir schon bald die erste Gruppe, natürlich beobachten wir heimlich, aber alles sieht gut aus, bis jetzt haben sie alles gefunden und liegen auch gut in der Zeit, die wir so überlegt hatten (am Freitag Abend waren wir gemeinsam mit Beate die Strecke abgelaufen und hatten die Aufgabenzettel versteckt). Gruppe 2 müsste eigentlich auch jeden Moment auftauchen – so dachten wir zumindest. Wir teilen uns also und klammern sie quasi ein, sie können uns gar nicht entwischen und wir erwarten, sie jeden Moment zu sehen. Aber dem ist nicht so, oben auf der Straße am Sportpark angekommen haben wir sie noch immer nicht gefunden und die Gruppe bis dato auch keinen ihrer Aufgabenzettel. Das ist der Zeitpunkt, an dem wir so einen kleinen Augenblick unruhig sind…. Aber dann rufen wir laut und es dauert gar nicht lange, da kommen sie auch schon angerannt…waren etwas falsch gelaufen und wussten nun nicht mehr genau, wo sie hin müssen. Immerhin hatten sie die glorreiche Idee, zurück zum Start zu gehen und noch mal von vorn anzufangen. Das haben wir dann gemeinsam gemacht und so kam auch Gruppe 2 unversehrt an der Halle an. Gruppe 1 feiert den sicher geglaubten Sieg, schließlich waren sie mit über 15 min Vorsprung am Ziel. Aber wie die spätere Auswertung der Fragen ergibt, haben sie im Gegensatz zur Gruppe 2 nicht alle Fragen richtig – Unentschieden also und die ausgelobten Gummibärchen bleiben zu.

Inzwischen hatten viele fleißige Helfer die Turnhalle bzw. den Vorraum hergerichtet, das Buffet war reichhaltig und die beiden Grillmeister standen unterm Pavillon und ließen den Regen Regen sein. Das Essen war lecker und als die Eltern gemütlich beisammen saßen, begann für die Kinder der wichtigste Teil des ganzen Trainingslagers: BETTEN BAUEN (wer es noch nicht gesehen hat, kann es sich nicht vorstellen) Nahezu alles, was sie gemeinsam tragen können und was verbaubar ist, wird zu regelrechten Burgen aufgetürmt, hinter die sich dann verscharrt wird. Da sind die Jungs deutlich Sieger, bei den Mädchen geht es etwas gesitteter zu. Hier sind eher die (schon wieder…Lächelnd) Hühnerkämpfe wer mit wem in welcher Ecke und neben welcher Matte liegen darf auf der Tagesordnung. Irgendwann haben es dann aber alle geschafft und nach einem gemeinsamen Video verlassen die Eltern die Turnhalle, es wird Zähne geputzt und dann nix wie ab ins Bett. Wir sind uns sicher: Es war ein anstrengender Tag, alle sind müde und werden wie die (Achtung, neues Tier) Murmeltiere schlafen. Aber es kann sich jeder mal irren…Lächelnd

Zunächst war – keiner weiß warum und wieso – eines der Fenster nicht ganz dicht und als es einen heftigen Regenschauer gibt, läuft plötzlich Wasser in die Turnhalle. Genau auf den Schlafplatz von Emily und Madeleine, die dann umziehen und ihre Sachen aufhängen müssen  (am nächsten Morgen war aber alles trocken). Irgendwann gegen 23.00 ist dann aber doch alles ruhig und als wir (nachdem wir den Sieg von Conchita Wurst beim Eurovision Songcontest noch verfolgt und auf den Tag angestoßen haben) später auf unsere Matten fallen, sind wir optimistisch, wenigstens ein paar Stunden Ruhe zu finden, auch wenn wir nicht wirklich gut schlafen in der Halle. Aber es kommt wie immer anders. Dauernd rennt jemand auf Toilette und da wir gleich an der Tür schlafen, sind wir jedes Mal wieder wach. Einige Kinder kommen sogar 2x an uns vorbei. UNGLAUBLICH ! Übrigens, hier geht der „Sieg“ an die Mädchen, von den Jungs war tatsächlich nichts zu hören, nicht mal Schnarchgeräusche… Ab 5.15 Uhr (!!!) geht dann das Gekruschpel und Gegacker los, Wasserflaschen werden geschüttelt, damit die Kohlensäure raus geht, kleine Lämpchen gehen an, um zu lesen und wir sind ständig unterwegs, um für Ruhe zu sorgen. Keine Chance, nach 1 Stunde geben wir etwas genervt und leicht angesäuert auf und beschließen: Strafe muss sein und so geht es morgens um 7 bei übrigens tollem Sonnenschein zum einer ungeplanten Laufeinheit durch die Felder! Frei nach dem Motto: Wer mit den Hühnern aufstehen will…

So sind wir früher als in den Jahren zuvor fertig mit Aufräume und 9.00 sitzen alle hungrig im Jugendraum und machen sich über das Frühstück her, das helfende Hände gerichtet haben. Wir richten auch, nämlich den Blick zum Himmel und der sieht gar nicht gut aus. Dunkle Wolken ziehen auf und letztlich müssen wir das Trainingslager abbrechen. Die geplante Wanderung zur Heide sowie die Trainingseinheit dort müssen ausfallen. Dafür haben wir aber noch Basteln auf dem Programm. Und in null Komma Nichts ist aus dem Jugendraum ein Werkraum geworden. Besenstiele werden gesägt, Schablonen aus Moosgummi geschnitten, Tennisbälle mit Löchern versehen, Rohrummantelungen beklebt und so entstehen Wurfspeere, die wir demnächst im Training einsetzen wollen.

 

Gegen 12.00 werden dann alle abgeholt und sind sich einig: Es hat wieder einmal großen Spaß gemacht und das ist ja doch die Hauptsache.

 

An dieser Stelle noch einmal unser herzlicher Dank an alle fleißigen Helfer, ohne die wir das nicht schaffen würden!

Und es stimmt, wir sind hinterher mehr als platt und räumen auf, räumen weg, rechnen ab, vergleichen Einkauf mit dem, was übrig bleibt und fragen uns: Wollen wir uns das im nächsten Jahr wirklich wieder antun?

Aber wir kennen die Antwort ja jetzt schon…Zwinkernd

Claudia, Ina und CAI-Günther

 

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