Nach der Gründung des Turnverein Diedenbergen wurde mangels geeigneter Räumlichkeiten auf dem Turnplatz der Schule geturnt. Erst später ergab sich die Möglichkeit, draußen auf dem Sportplatz und im Festsaal der Gasstätte „Zum Taunus“ zu turnen.
1927 entschloss sich der Verein zum Bau einer eigenen Turnhalle. Das Grundstück Oberste Graben (heute Oberer Haingraben) /Ecke Langenhainer Straße (heute Wildsachsener Straße) wurde gekauft. Am 7.10.1928 konte der Grundstein gelegt werden. Die zum Bau der Turnhalle verwandten Steine stammten zum Teil vom Abbruch des Forts Biehler der Festung Mainz. Das halbrunde gewölbte Dach (Tonnendach) gehörte zum ehemaligen Dach des Kaufhauses Schiff in Höchst. Beheizt wurde die Halle durch gusseiserne Öfen, die freistehend in der Halle platziert waren. Das Gebäude wurde weitgehend in Eigenhilfe erstellt und am 14.9.1929 eingeweiht.
Finanziert wurde der Bau im Wesentlichen durch Zuschüsse des Sportbundes, des Landes Hessen und der Gemeinde Diedenbergen. Der Verein gab seinerzeit verzinsliche Schuldscheine in der Stückelung von Reichsmark 5 – 20 aus, die bis zur Währungsumstellung auf DM überwiegend eingelöst wurden. Von da an war die Turnhalle sportlicher und kultureller Mittelpunkt des Ortes.
In den Jahren 1963 bis 1967 wurde das Turnhallengebäude erweitert um das Vereinshaus mit Gaststätte, Versammlungs- und Vorstandszimmer im 1. Obergeschoss sowie einer 3 Zimmer-Wohnung im Dachgeschoss. Ebenso baute man für den Turnbetrieb Wasch- und Umkleideräume sowie Geräteräume für Sportgeräte.
1976/77 wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten in der Turnhalle erforderlich. Eine Warmluftheizung wurde eingebaut, Fußboden und Wände modernisiert und Duschen installiert.
10 Jahre später wurden weitere umfangreiche Sanierungsarbeiten in der Gaststätte erforderlich. Die Toiletten im Keller wurden komplett erneuert, neue Fenster eingebaut und der Boden in der Gaststätte und Küche wurde gefliest. Die elektrischen Anlagen wurden ebenfalls saniert, so dass die Gaststätte auch fremd vermietbar wurde.
n Abstimmung mit dem Vereinsring Diedenbergen wurden im Jahr 1992 Pläne für eine zweite Halle (19 x 27 m) auf der Turnerwiese entwickelt. In einem zweistöckigen Verbindungstrakt zwischen der alten und der neuen Halle sollten Geräte-, Umkleide- und Duschräume sowie zwei größere Versammlungsräume und Lagerräume entstehen. Die Versammlungs- und ein Teil der Lagerräume sollten den anderen Ortsvereinen zur Verfügung stehen. Auf diese Weise wäre in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schule ein Sport- und Kulturzentrum im Ortskern von Diedenbergen entstanden.
Leider ließ sich diese einmalige Gelegenheit, im Wesentlichen durch die Widersprüche der Anlieger, nicht realisieren. Wir mussten uns zwangsläufig mit einer kleineren Variante zufrieden geben, die niemanden so richtig zufriedenstellen konnte. Nach sechs mühevollen Planungs- und Umplanungsjahren wurde im August 1998 mit den umfangreichen Sanierungs- und Erweiterungsbaumaßnahmen begonnen. Entsprechend dem bestehenden Bebauungsplan musste die Halle auf den Grundmauern der alten Halle neu errichtet werden. Die Dachform und –höhe war aufgrund der bauaufsichtsrechtlichen Vorschriften vorgegeben. Der Fußboden der Halle wurde gegenüber der alten Halle um ca. einen Meter abgesenkt, um die Innenraumhöhe ballsportgerecht zu machen. Die ehemalige feste Bühne verschwand, so dass die Spielfläche der Halle auf 12 x 20 m erweitert wurde.
Eine Ausnahmegenehmigung vom Bebauungsplan erlaubte uns den zum Teil zweistöckigen Erweiterungsbau mit Umkleide- und Duschräumen für Damen, Herren und Betreuer/Lehrer. Auch für große Veranstaltungen werden Toiletten, Garderobe und Foyer sowie Geräte- und Technikräume gerecht.
Der gesamte Gebäudekomplex wurde nach modernen, wirtschaftlich vertretbaren Gesichtspunkten umweltfreundlich und zweckmäßig, aber auch behindertengerecht gestaltet. Der Bau erfüllt die Anforderungen für einen geordneten und vielseitigen Sportbetrieb, bietet aber auch gute Voraussetzungen für die Durchführung kultureller und gesellschaftlicher Veranstaltungen.
Die Gesamtkosten beliefen sich auf rd. DM 2,6 Mio, von denen die Stadt Hofheim DM 1,5 Mio sowie Land, Kreis und Sportbund zusammen DM 0,2 Mio durch Zuschüsse übernahmen. Der Eigenanteil des Vereins einschließlich eines Bankkredites von DM 0,5 Mio. betrug DM 0,9 Mio. Hierfür entstanden rund 700 qm BGF mit rund. 3.400 cbm Rauminhalt.

